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Schaffung einer positiven Umgebung für Kinder mit ADHD

Da die soziale, schulische und psychologische Entwicklung eines Kindes von solch großer Bedeutung ist, wählen inzwischen viele Eltern alternative, selbstgesteuerte Aktivitäten wie z.B. die Montessori Methode.
| 15 August 2018
Schaffung einer positiven Umgebung für Kinder mit ADHD
Schaffung einer positiven Umgebung für Kinder mit ADHD

Die Sorge bezüglich Fehldiagnosen und fehlendes Verständnis um die wahre Natur der Aufmerksamkeitsdefizit Störung mit Hyperaktivität (ADHD) steigt, während die Anzahl der diagnostizierten Kinder weltweit exponential zunimmt.

Inzwischen besteht fast überall die Angst, dass zu viele Kinder mit besagter Störung diagnostiziert werden und im Zuge dessen unnötigerweise unter den Folgen einer Medikalisierung leiden. Eine Kanadische Studie hat gezeigt, dass eins von zwanzig Kindern  mit ADHD Antipsychotika verschrieben bekommt.
Aber davon abgesehen, ob die Diagnose zutreffend ist oder nicht, ist die wichtigere und oft brennendere Frage, was für Kinder getan werden kann, die es schwierig finden, sich zuhause und in der Schule zu konzentrieren.

Klare Designs, viel Struktur
 Jedes Kind ist  einzigartig. Es gibt keine einfache, richtige Antwort für die Entwicklung jedes Kindes. Bekannt ist aber inzwischen, dass die meisten Kinder mit ADHD positiv auf klare Strukturen und Ordnung reagieren. So kann z.B. die Farbe des Kinderzimmers einen großen Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit haben und darauf, wieviel Ruhe sie vermittelt. Erdige und kühle Blautöne wirken beruhigender als grelle Rot- und sehr helle Weißtöne.
Zu viel Spielzeug, ein Überfluss an elektronischen Geräten und grelles Licht tragen zu schneller Ablenkung bei, haben einen negativen Einfluss auf die Qualität des Schlafes und führen zu einem generellen Anstieg von störendem Verhalten.
Auch zuviel Unordnung im Haus kann problematisch sein.
Für Kinder mit Hyperaktivität ist es am besten, eine Überstimulation der Sinne zu vermeiden und Flächen und Räume so sauber und ordentlich wie möglich zu halten.
Um einem Kind zu helfen, die Verantwortung für seine/ihre Stimmungsschwankungen selbst zu übernehmen, kann es sinnvoll sein, einen extra dafür vorgesehenen, ruhigen Platz im Haus zu schaffen, wohin er/sie sich bei Bedarf zurückziehen kann. Dies kann z.B. eine Ecke im Wohnzimmer oder ein Platz unter der Treppe sein.
 
 
Aufmerksamkeits- Übungsmethoden
 Während Ordnung und Struktur zuhause anhand von einfachen Einrichtuingsentscheidungen beeinflussbar sind, kann eine positive Lernumgebung durch alternative Lehrmethoden geschaffen werden.
So beschreibt die Montessori Lehrerin Laura Flores Shaw in einem Artikel für die Huffington Post, wie die Schüler in einem Montessori Klassenraum durch Phasen tiefer Konzentration immer wieder die von Dr. Mihaly Csikszentmikaly als “flow” beschriebene Erfahrung machen können. Das Gefühl von ”flow” entsteht nach Csikszentmikaly, wenn man sich einer Aufgabe völlig hingibt und darin geradezu versinkt.
 
Nach Meinung von Frau Shaw regen Montessori Klassenräume wesentlich stärker dazu an, den Zustand des “flow” beim Lernen zu erleben, was wiederum mehr Freude beim Lernen erzeugt.
Durch die Förderung von Liebe am Lernen und die bewusste Verbindung von Freude und Bildung, geben wir Kindern mit ADHD die Möglichkeit, sich in der Schule selbst zu übertreffen. Schule verwandelt sich von einem Ort der Qual, wo man gezwungen ist still zu sitzen, dem Lehrer zuzuhören und Arbeitsblätter auszufüllen, zu einem Ort, wo Kinder ihre innere Kreativität ausdrücken und Aktivitäten und Fächer wählen können, die sie wirklich interessieren.
 
Weg von Medikamenten
 Seit mehreren Jahren gehört auch die Verschreibung von Medikamenten zur Standard Behandlung von ADHD, vor allem Ritalin und Adderall.
In Langzeitstudien jedoch, wie z.B. der von L. Alan Sroufe aus Minnesota (Universität Minnesota) haben sich besagte Medikamente auf lange Sicht als unwirksam erwiesen. Sroufe ist außerdem der Meinung, dass die Medikamente im allgemeinen dieselbe Wirkung auf Kinder und Erwachsene haben:
Sie erhöhen die Konzentrationsfähigkeit aber verbessern dabei nicht die erweiterte Lernfähigkeit.

In Anbetracht der Tatsache, dass die weltweit ansteigende Diskussion über die Genauigkeit von ADHD Diagnosen jeden Tag schwieriger wird; verbunden mit ansteigenden Bedenken über die Wirksamkeit von Medikamenten, ist es vielleicht an der Zeit, unsere Aufmerksamkeit auf die Einrichtung von Häusern, eine strukturierte Umgebung und selbstgesteuerte Lernmethoden zu richen.